Zum vierjährigen Geburtstag

Seit nunmehr fast vier Jahren ist Tobi bei uns und manchmal fragen wir uns, wer eigentlich den Tagesablauf bestimmt - wir oder der Hund. Denn nach ca. drei Jahren hat er die typischen Ridgeback-Eigenschaften entwickelt und ganz klar seinen eigenen Kopf. Nicht selten gilt:

Ridgebacks haben keine Frauchen und Herrchen - sie haben Bedienstete  :-)
(Zitat, Urheber leider unbekannt)

Unser Tagesablauf ist routiniert. Zum Frühstück gibt's meistens die erste Bewährungsprobe mit Futterstückchen, die in alten Socken, Lappen oder Packkartons mit Füllmaterial versteckt sind. Gerne auch alles kombiniert - die Futterstückchen in Lappen gewickelt, in Socken gesteckt und dann noch in Kartons mit Füllmaterial versteckt. Da läuft Tobi zur Hochform auf und nach seinem Frühstück sieht es aus wie auf einem Panzerübungsplatz.

Aber er liebt diese Suchspiele über alles. Ganz besonders, wenn die Kartons zugeklebt sind und er alles zerreißen muss...

Danach ist er dann fix und fertig und es ist erst mal Ruhepause angesagt. Da der Schlafplatz nicht selten mit Lappen und Kartonfetzen belegt ist, geht er seit neuestem dazu über, dass er die Liegematte vom Hundebett zieht und es sich vor dem Chaos gemütlich macht. Ja, schlau ist er, unser Hund...

Hat die Imkereisaison begonnen, dann steht nach dem Frühstück typischerweise Arbeit an. Das hasst Tobi wie die Pest, weil er weiß, dass er während dieser Zeiten am Bienenstand oder bei sonstigen Tätigkeiten nicht die erste Geige spielt. Er ist zwar überall mit dabei, aber während der Arbeit geht eben was anderes vor. Dann liegt er meist auf seinem Liegeplatz im Auto und schläft. Er weiß ja, dass auch wieder andere Zeiten kommen.

Überhaupt hat's unser kleiner Ridgeback gern gemütlich. Sofa allein reicht da nicht, es muss schon auch ein Kissen auf dem Sofa zur Verfügung stehen.

Wenn er beim Honigverkauf dabei ist, dann müssen wir aufpassen, dass er uns nicht die Schau stiehlt. Es ist schon erstaunlich, wie er mit seinem Charme die Leute um den Finger wickeln kann. Und da merkt man es dann ganz deutlich - er ist den Menschen zugetan.

Er kann aber auch anders. Wenn jemand an unser Grundstück heranläuft, dann macht Tobi klare Ansagen. Und da lässt er auch nicht locker und ist unbestechlich - da helfen auch freundliche Worte nicht. Und ist es dunkel, dann kann er auch noch einen Gang hochschalten. Seine Aussage ist unmissverständlich:

Es ist unser Grundstück und da hat nur jemand was verloren, wenn wir diejenige oder denjenigen hereinlassen.

Und damit das auch klipp und klar ist, haben wir Tobi in seinem Job unterstützt und ein entsprechendes Schild am Gartentor angebracht.

Die Beziehung zwischen Tobi und unserer Mutter/Schwiegermutter ist etwas ganz besonderes. Immer wieder sucht er ihre Nähe und ist dabei sehr vorsichtig, da sie aufgrund ihres Alters nicht mehr ganz so stabil auf den Füßen steht. Es ist faszinierent mit anzuschauen, wie sich der Hund auf die Personen einstellt, die um ihn herum sind. Kommt unser Freund Martin, dann ist das Begrüßungsritual stürmisch und ruppig - nie hat er sich so gegenüber unserer Mutter/Schwiegermutter verhalten.

Doch am allerliebsten ist er in der freien Natur unterwegs. Da muss man dann auch ein Auge auf ihn haben, denn wehe er erspät irgendwo Wild. Insbesondere im Wald ist er immer auf "hab acht". Zum Glück hat er ein sogenanntes "Diesel-Gehirn" - bis er sich entscheidet auf Vollgas zu schalten, vergeht immer eine halbe Sekunde. Hat man ihn im Auge, dann bleibt einem genug Zeit um ihn unter Kontrolle zu halten.

Spaziergänge sind Tobi's liebster Zeitvertreib (...nach dem Fressen natürlich). Wir haben das große Glück, dass wir ihn in unserer Umgebung sehr viel frei laufen lassen können. Sehr oft gehen unsere Spaziergänge nach Tätigkeiten am Bienenstand los und diese sind weiter außerhalb vom Ort. Da kann Tobi rennen und schnüffeln nach Herzenslust. Wir glauben, dass ist auch ein Grund dafür, dass er ein so ausgeglichenes Wesen hat.

Selbst wenn das Wetter miserabel ist, der Regen quer daher kommt, läuft er gern draußen. Man muss ihn dann zwar zu Beginn überzeugen aus dem Auto auszusteigen, aber nach fünf Minuten hat er das schlechte Wetter vollständig vergessen. Und manchmal geht es dann mit vollem Karacho durch den tiefsten Matsch.

Auch Spaziergänge im Schnee schrecken Tobi nicht ab - im Gegenteil. Es scheint ihm sichtlich Spass zu machen im Schnee hin und her zu rennen. Ähnlich wie auf Sand - da gibt's auch kein halten...

Nur Hitze, das hasst er wie die Pest. Da will Tobi am liebsten überhaupt nicht laufen. Man kann dann auch beobachten, was er für ein guter Schauspieler ist. Sind die Temperaturen über 25°C, dann hat man den Eindruck der Hund leidet "wie ein Hund". Da kann man noch so langsam laufen, das spielt überhaupt keine Rolle. Signalisiert man ihm dann aber, dass es zurück geht, dann kommt Dynamik auf.

Anfänglich dachten wir, der Hund hat vielleicht ein Herz-/Kreislaufproblem. Mittlerweile wissen wir aber...

...dass es kein gesundheitliches Problem ist. Gehen wir mit Freunden spazieren und es ist sein Kumpel Oskar dabei, dann wird zwei Stunden lang Vollgas gegeben. Da gibt es keine Ruhepause und selbst nach zwei Stunden ist noch keine Erschöpfung bei beiden Hunden erkennbar. Herz-/Kreislaufprobleme sehen anders aus. Tobi ist halt ein sehr guter Schauspieler und signalisiert einem sehr deutlich, wenn er etwas unangenehm findet.

Eines, das ist bei Tobi geblieben wie es von Anfang an war - er hasst es, wenn jemand Fotos von ihm machen will. Kaum hält man ihm ein Handy vor die Nase, dann verändert sich unmissverständlich sein Gesichtsausdruck. Da hält er es eben wie sein Herrchen  ;-)

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